Phil Mailer
Portugal – Die unmögliche Revolution?

Als am 25. April 1974 in Portugal ein Militärputsch gegen die Diktatur des Estado Novo beginnt, befindet sich der junge Linke Phil Mailer als Englischlehrer im Land. Wie der Großteil der Bevölkerung wird auch er von den Ereignissen überrascht – eher zufällig erlebt er mit, was als Nelkenrevolution in die Geschichte eingeht, und hält es in seinem Tagebuch unmittelbar fest. Mit der Revolution beendeten die linksgerichteten Militärs des Movimento das Forças Armadas, unterstützt von der Bevölkerung, fast fünfzig Jahre faschistische Herrschaft – und das gewaltfrei, mit den namensgebenden Nelken in ihren Gewehrläufen. Sie waren fest entschlossen, im Bündnis mit der Arbeiterbewegung eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Es folgten 18 Monate intensiver demokratischer Transformation, an deren Ende 1976 die Staatsgewalt an ein gewähltes Parlament übergeben wurde. Der Faschismus war tatsächlich friedlich beendet worden, die portugiesische Gesellschaft aber ebenso friedlich in die Gemeinschaft kapitalistischer Staaten eingebunden. Es gab demokratischen Wandel, aber gab es auch eine Revolution? Phil Mailers Tagebuch dokumentiert die Hoffnungen, den enormen Enthusiasmus und die plötzlich freigesetzte Energie von Tausenden Menschen, die die Neugestaltung ihres Lebens in die Hand nahmen. Aus der persönlichen Perspektive des Autors und in seiner späteren Reflexion der Ereignisse werden die Überraschung, die Unsicherheit, die Gefahr, aber vor allem die unbändige Freude über die Freiheit und Möglichkeit der Revolution lebendig. (Verlagstext)

 

Edition Nautilus, 384 S., kartoniert

 22,00

Content missing