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Montag– Freitag: 11 – 14 Uhr und 15 – 19 Uhr · Samstag: 11– 16 Uhr · Fehrfeld 4, Bremen · tel 0421.24 16 95 52
Neuigkeiten
Lesungen
7.3.26 · Samstag · 20:00 · Lagerhaus
Mille Petrozza & Torsten Gross lesen aus Your Heaven, my Hell
Deutscher Buchhandlungspreis
Warum der Golden Shop in diesem Jahr erstmals von der Bewerbungsliste des Preises gestrichen wurde, können wir leider nicht beantworten. Weder vom Buchhandlungspreis noch aus dem Umfeld des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wurden wir dazu kontaktiert.
Wir haben zudem nicht den Eindruck, dass unter Wolfram Weimer ein ernsthaftes Interesse an einer transparenten Debatte besteht. Es ist das Wesen geheimdienstlicher Überwachung, sich der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen.
Das Konzept „Linksextremismus“ weisen wir grundsätzlich zurück. Die Extremismustheorie des Verfassungsschutzes setzt menschenverachtende Ideologien wie Neonazismus oder Islamismus mit emanzipatorischen Positionen – etwa antikapitalistischen oder antirassistischen – implizit gleich. Dass eine Buchhandlung mit mehreren tausend Titeln im Sortiment, darunter Musikbücher, Belletristik großer deutscher Verlage, Ausstellungskataloge und vielem mehr, pauschal einer politischen Strömung zugeordnet werden soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Ja, der Golden Shop fühlt sich vielen Subkulturen verbunden, darunter auch Menschen und politischen Gruppen, die bedrohte Minderheiten vor Nazis schützen oder sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen. Wir sind überzeugt: Diese Menschen und Gruppen stehen fest auf dem Boden demokratischer Werte.
Unabhängige Buchhandlungen sind häufig auf Förderung angewiesen, weil sich viele Läden unter den heutigen Marktbedingungen kaum tragen. Wenn ein deutscher Geheimdienst darüber mitentscheidet, welche Bücher in welchen Schaufenstern als „staatstreu“ genug gelten, um förderwürdig zu sein, erfüllt uns das mit großer Sorge, wenngleich es uns nicht überrascht. Es ist Ausdruck einer zunehmenden Autoritarisierung und eines Rechtsrucks, der emanzipatorische und kritische Stimmen zum Verstummen bringen will. Der aktuelle Skandal in Bremen um den möglicherweise rechtswidrigen Einsatz eines psychisch kranken V-Mannes in antifaschistischen Strukturen bestärkt unsere grundsätzlich kritische Haltung gegenübern den Geheimdiensten.
Dass ausgerechnet Wolfram Weimers Behörde eine politisch motivierte Kontrolle der Kulturförderung veranlasst haben soll, überrascht uns ebenfalls nicht, obwohl Weimer selbst vor weniger als einem Jahr schrieb: „Es liegt gerade im Wesen der Kunst, Freiheit zu atmen und gerne vieldeutig zu bleiben“ (Gastbeitrag von Wolfram Weimer in der SZ | Kulturstaatsminister – Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien). Die Diskrepanz zwischen diesem Pamphlet und der autoritären kulturpolitischen Praxis zeigt, wie instrumentell das Verhältnis zur Freiheit im Konservatismus seit jeher ist.
Wahre Freiheit kann es nur von unten geben! Wir werden weiterhin gemeinsam mit vielen solidarischen Menschen für Freiräume und eine kritische Kulturlandschaft in unserer Stadt kämpfen – ob mit oder ohne Geld vom Staat.
Golden Shop am 4. März 2026
Für weitere Informationen zu dem Thema und Unterstützung: Lesen hilft
Goldenhome now!
Wir kaufen das Haus im Fehrfeld 4.
Alle Infos zur Finanzierung, Direktkrediten, dem Mietshäusersyndikat und weiteren an dem Projekt beteiligten hier:
Neu im Laden
Daniela Thörner, Mädchen, Junge, Kind, Familiar Faces · € 15,00
Jan Soeken, Slocum, Avant · € 22,00
Arthur Koestler, Der Sklavenkrieg, Elsinor · € 29,00
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reprodukt, 160 S., gebunden
€ 24,00
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Berlin oder Düsseldorf? Ganz klar: Hamburg! Hier schlug der Punk am heftigsten ein im Deutschland der späten 1970er Jahre. Begeistert vom Orkan, der durch die englischen Clubs fegte, fanden sich auch an der Elbe bald junge Männer zu Bands wie den Razors, Buttocks oder Coroners zusammen, um mit zwei, drei Akkorden dem Rock’n’Roll die Selbstgefälligkeit und Trägheit auszutreiben. Im Karolinenviertel nahm derweil ein etwas älterer junger Mann großen Anteil an dem, was da passierte. Alfred Hilsberg holte Bands aus England und Deutschland in die Stadt, und in der Zeitschrift Sounds schrieb er über die neuen Klänge aus Übungskellern und Jugendzentren. Bald aber war er gelangweilt: Er wollte mehr als nur kurze, schnelle Nummern, zusammengenagelt mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Auf seinem Label ZickZack und mit Festivals gab er abenteuerlustigen Musikern die Gelegenheit, nach neuen Wegen zwischen Underground und Pop zu suchen. Bei ihm erschienen nicht nur Platten von Hamburger Bands wie Abwärts, X Mal Deutschland oder Palais Schaumburg, auch die Einstürzenden Neubauten ließen bei ihm hören, was sie auf dem Schrottplatz gefunden hatten.
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