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Jens Genehr stellt Valentin vor

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Neu im Laden

Kirill Medwedew, Antifaschismus für alle, Matthes & Seitz · € 20,00

Ingrid Strobl, Vermessene Zeit, Edition Nautilus · € 18,00

Julian Voloj und Marcin Podolec, Ein Leben für den Fußball, Carlsen · € 22,00

Empfehlungen

Anne König
Bruchlinien. Drei Episoden zum NSU

Der NSU-Prozess lässt wie unter einem Brennglas Bruchlinien sichtbar werden, die sich durch Deutschland ziehen. Die Publikation rekonstruiert mit den Mitteln des Comics Episoden, die fotografisch nicht dokumentiert sind; Begebenheiten, die in dem Prozess unter den Tisch fielen. Die Zeichnungen von Paula Bulling, basierend auf drei Episoden von Anne König, verschränken Fakten und Imagination. Sie erzählen von drei Akteurinnen, die gewollt oder ungewollt Nebenrollen in der Geschichte des NSU einnehmen: eine aktive Unterstützerin des Trios aus Zwickau; eine Verwaltungsbeamte im Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz und eine Angehörige eines Mordopfers aus Dortmund. Ergänzend zu den drei Episoden werden Gespräche veröffentlicht: mit Barbara John, Ombudsfrau für die Opferfamilien, den Journalisten Toralf Staud und Christian Fuchs sowie Ay se Güleç, Mitbegründerin des Aktionsbündnisses zum Mord an Halit Yozgat in Kassel. (Verlagstext)
spector books, 120 S., gebunden

 24,00

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Boris Poplawski
Apoll Besobrasow

Boris Poplawski (1903-1935) war in den Pariser russischen Exilkreisen vor allem als ausdrucksstarker Lyriker bekannt. Der Roman „Apoll Besobrasow“ erzählt in gleißenden Bildern von einigen entwurzelten jungen Menschen – meist russischen Emigranten -, die sich torkelnd und tanzend durch Paris treiben lassen und der Kunstwerdung ihres eigenen Lebens widmen. Der Ich-Erzähler Wassili lernt den geheimnisumwitterten Apoll Besobrasow kennen, der voller Widersprüche, aber auch von enormer Anziehungskraft für ihn ist. Beide sind verlorene Existenzen, die nach Schönheit und Aufrichtigkeit streben, beide schlagen sich durch und deuten ihre Zukunftslosigkeit zu Freiheit um. Russland gehört der Vergangenheit an, Frankreich bleibt ihnen fremd – die Nichtzugehörigkeit des Dazwischen versetzt den Roman in einen ambivalenten Schwebezustand. Doch die selbstgewählte Isolation treibt giftige Blüten, auf die Euphorie der Freiheit droht ein tiefer Absturz zu folgen.
Die von der Lyrik geprägte Sprache reizt die Imaginationskraft des Lesers mit ihrer hypertrophen Farbenpracht bis zum Überschäumen – und weist mit futuristischen und surrealistischen Einflüssen, mit den ausgiebig erforschten Rauschzuständen und der radikal antibürgerlichen Attitüde der Figuren wie ein früher Vorläufer auf die späteren Beatpoeten voraus. Olga Radetzkajas Übersetzung arbeitet mit feinem Gespür die Zwischen- und Untertöne in den grellen Formulierungen und kraftvollen Bildern heraus. Sie bringt die den Figuren eingeschriebene Verlorenheit und tiefe Traurigkeit des Exils, die auch hundert Jahre später noch Gültigkeit haben, zum Leuchten. (Verlagstext)
guggolz, 299 S., gebunden

 24,00