Barbaros Altuğ
Die dunkelste Nacht eines langen Winters

In Istanbul verschwindet Günes, ein 31-jähriger Ingenieur und angesehener Offizier der türkischen Armee, plötzlich und spurlos. In Berlin erfährt ein im Exil lebender, türkischer Schriftsteller gleichen Namens zufällig davon und beschließt, in seine alte Heimat zurückzukehren, um dem Fall nachzuspüren. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf Geheimnisse im Leben des Offiziers, die von dessen Umfeld hartnäckig verleugnet werden. Seine Suche nach der Wahrheit entwickelt sich mehr und mehr zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Dabei sieht er sich mit einer Gesellschaft konfrontiert, die Gewalt und Verbrechen gegen queere Menschen duldet und selten verfolgt. Schließlich stellt er fest, dass Berlin der Ort ist, an dem er seinen Platz gefunden hat.

Altug entwirft ein beklemmendes, nahezu klaustrophobisches Bild der gegenwärtigen politischen Realität in der Türkei – und der fragilen, bedrohten Existenz queerer Menschen. Die kunstvoll eingewobenen Verweise auf Thomas Manns Novelle »Der Tod in Venedig« wirken dabei wie ein literarisches Echo. So verdichtet sich der Roman zu einem intensiven Leseerlebnis, das lange nachhallt. (Verlagstext)

 

 

Orlanda, 120 S., kartoniert

€ 19,00

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